Ein Zeichen der Versöhnung

Die Kirche St. Dorothea von Montau in Danzig-Nenkau / GdańskJasień ist ein sichtbares Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschen und Polen. Es hatte fast 20 Jahre gedauert bis die Kirche fertig gebaut und feierlich eingeweiht wurde. Am 1. Juli 2007 wurde die Weihe durch den Erzbischof von Danzig/Gdańsk Dr. Tadeusz Gocłowski (*16. September 1931 in Piski, ; †3. Mai 2016 in Gdańsk/Danzig) in feierlichem Rahmen vollzogen. Die Kirche St. Dorothea von Montau ist die erste Kirche im heutigen Erzbistum Danzig, die der Hl. Dorothea geweiht wurde.

Die junge Gemeinde in Nenkau wurde 1979 gegründet, als es im Zuge des Tauwetters im kommunistischen Polen leichter möglich wurde, Genehmigungen für neue Kirchbauten zu erhalten. Sie hatte damals ca. 2.000 Seelen. Inzwischen wohnen in Jasień fast 10.000 Einwohner – Tendenz steigend. Zuerst diente der Gemeinde eine am Rande des Kirchbaugrundstücks 1981 errichtete Notkirche mit ca. 100 Plätzen als Gottesdienstraum.
Begonnen wurde der Bau der heutigen Kirche dann im Jahr 1988. Gerhard Nitschke wurde damals von einem befreundeten Priester darauf aufmerksam gemacht, dass im Erzbistum Danzig eine Kirche gebaut und der hl. Dorothea von Montau geweiht werden sollte, deren Kult erst 1976 durch Papst Paul VI. für die Gesamtkirche anerkannt wurde. Weil Dorothea von Montau seit ihrem Tod zu Ende des 14. Jh. ununterbrochen im Weichselland als Heilige und Patronin für Versöhnung und Frieden zwischen Deutschen und Polen verehrt worden ist, war es für das Adalbertus-Werk e.V. keine Frage, diesen Kirchbau zu unterstützen.
1988 gab es jedoch nichts anderes, als ein großes Loch in der Erde. Eine Baugrube, die von Gemeindemitgliedern ausgehoben worden war. Viele Gemeindemitglieder engagierten sich, aber es mangelte an Baumaterial und Geld, da der Neubau nur durch Spenden finanziert werden musste. Von Beginn an haben insbesondere die in Deutschland im Adalbertus-Werk e.V. zusammengeschlossenen vertriebenen Danziger Katholiken sich bei der Finanzierung des Baus engagiert. Die anfangs gesammelten Spenden und Kollekten waren jedoch immer nur „Tropfen auf den heißen Stein“, die einen Weiterbau nur mit ständigen Unterbrechungen ermöglichten. Nach der „Wende“, da sich in Polen allenthalben große Armut zeigte, wurde es für die Gemeinde immer schwieriger, aus eigener Kraft den Bau zu vollenden. Verstärkt war es erforderlich, dass sich Außenstehende darum bemühten, mitzuhelfen. Die Feier des 600sten Jahrestages des Todes der hl. Dorothea von Montau im Jahr 1994 gab dazu neuen Ansporn. Adalbertus-Werk e.V., die Katholische Studentenverbindung Baltia Danzig zu Aachen im CV  und die „Gemeinschaft katholischer Männer und Frauen im Bund Neudeutschland“ gründeten auf Initiative des Düsseldorfer Architekten Gerhard Nitschke und seiner Frau Regina den Kirchbauverein St. Dorothea von Montau, der gerichtlich eingetragen und als gemeinnützig anerkannt wurde. Damit wurde es möglich, Spenden steuermindernd abzusetzen und auch finanziell potentere Förderer zu gewinnen.
Dank des Spendenaufkommens im Kirchbauverein und in der Kirchengemeinde St. Dorothea von Montau in Danzig hatten im Sommer 2000 die Außenwände die Höhe des Dachgeschosses erreicht. Spontan beschlossen damals Vorstand und Mitglieder des Kirchbauvereins die Aufnahme eines Kredites, um die Fertigstellung des Daches noch vor dem Winter 2000/2001 zu erreichen. So konnte der Neubau vor Witterungsschäden geschützt werden. Ab September 2001 fand der Gottesdienst schon in der Oberkirche statt. Ermutigt durch den Baufortschritt erreichte die allmählich wachsende Gemeinde St. Dorothea von Montau über weitere Spenden das ersehnte Ziel der Fertigstellung der Kirche im Jahr 2007. Zwar fehlte eine Orgel, welche heute vorhanden ist und aus einer Kirche in Deutschland stammt, die Wege müssen zum Teil immer noch gepflastert werden, aber es war für alle Beteiligten ein erhebender Moment, als die Kirche geweiht wurde.
Der Eigenleistung der Gemeinde stand die Spendenfreudigkeit des Kirchbauvereins nicht nach. So konnte der Kredit bis 2005 zurückgezahlt werden. Der Kirchbauverein hat, mehr als 150.000 Euro zur Errichtung der St. Dorotheenkirche beigetragen. Über Spenden, die nach dem Tod von Regina Nitschke (*14.1.1931 in Danzig; †13. März 2005 in Düsseldorf) gesammelt wurden, konnte die Finanzierung des Taufsteins für die Kirche über den Kirchbauverein gesichert werden. Eine Inschrift am Eingang der Kirche weist auf dieses steinerne Symbol der Einheit und Verbundenheit im Glauben hin.

Die Inschrift in deutscher und polnischer Sprache lautet: „Der Taufstein als Zeichen der Verbundenheit im Glauben erinnert an die Tätigkeit des auf Initiative von Gerhard und Regina Nitschke in Düsseldorf gegründeten Kirchbauvereins St. Dorothea von Montau für die Errichtung der Pfarrkirche. Mitglieder des Adalbertus-Werk e.V., Bildungswerk der Danziger Katholiken, der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Baltia-Danzig zu Aachen und der Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen im Bund Neudeutschland in Köln haben mit ihren Spenden seit mehr als 20 Jahren den Bau der Pfarrkirche gefördert. Im Jahr des Herrn 2007“.

Das Ziel des Vereins – die Weihe der Kirche – war erreicht. Die von der Mitgliederversammlung des Kirchbauvereins deshalb im Juli 2007 beschlossene Auflösung des Kirchbauvereins wurde im April 2008, die Löschung des Kirchbauvereins im Mai 2009 im Vereinsregister des Amtsgerichts Düsseldorf eingetragen. Gleichwohl werden von der Gemeinde weiterhin Spenden benötigt. Zuwendungen können unter dem Verwendungszweck: „Kirche St. Dorothea“ auf das Konto des Adalbertus-Werkes überwiesen werden und werden zweckgebunden weitergeleitet.

Adalbertus-Werk e.V., IBAN: DE33360100430151966435, BIC: PBNKDEFF