Pater Diethard Zils OP als Präses der Danziger Katholiken eingeführt

In einem feierlichen Gottesdienst in der St. Lambertus-Basilika in Düsseldorf, wurde Pater Diethard Zils OP vom Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge, Weihbischof Dr. Reinhard Hauke am 24. Juni 2018 in sein Amt eingeführt. Der Bischof überreichte dem neuen Präses eine Stola mit den Bildnissen der Apostel als äußeres Zeichen seiner neuen Aufgabe.
Diethard Zils wurde 1935 in Bottrop geboren ist also weder Danziger noch Vertriebener. Schon in seiner Zeit als Dominikaner in der Jugendarbeit in Düsseldorf knüpfte er aber Kontakte nach Polen und reiste mit Jugendgruppen ins noch kommunistische Osteuropa. „Ich habe mich schon immer für den Osten interessiert und deswegen etwa auch Polnisch gelernt,“ erzählt er und, dass er über die Bekanntschaft mit dem damaligen Vorsitzenden des Adalbertus-Werk e.V., Gerhard Nitschke († 31. Juli 2005) zu den Treffen auf die Jugendburg Gemen gekommen war. „Gerhard konnte meine Befürchtungen, es gehe um anti-polnischen Revanchismus, zuvor gründlich ausräumen“, sagt Pater Diethard. Seither ist der jetzige Geistliche Beirat bei zahlreichen Begegnungen, Studientagungen und Gottesdiensten im Sinne der Verständigung und Versöhnung bei den Danziger Katholiken aktiv.

Weihbischof Hauke betonte in seiner Predigt, dass der Ort der Amtseinführung durchaus symbolisch gewählt war. „Dieser Tag ist für die deutschen Katholiken aus Danzig ein Tag großer Freude, weil an ihm ein neuer Präses für das Adalbertus-Werk den Dienst übernimmt….Zugleich freue ich mich, dass wir diesen Gottesdienst in der Kirche feiern können, in der Bischof Dr. Carl Maria Splett im Jahr 1964 bestattet wurde, nachdem er zuvor aus seinem Bistum in Folge der Vertreibung ausgewiesen worden war. 1957 wurde ihm durch Papst Pius XII die Seelsorge an den vertriebenen Danziger Katholiken übertragen. Diese Aufgabe versah er mit Mut und Umsicht bis zum seinem plötzlichen Tod am 5. März 1964 in Düsseldorf“. Der Gottesdienst endete mit einem Gedenken am Grab des letzten Deutschen Bischofs von Danzig, der sich – so Weihbischof Hauke – trotz zahlreicher Verhaftungen und Leid, welches er unter den Kommunisten in Polen erdulden musste, immer für die Versöhnung zwischen Polen und Deutschen eingesetzt habe.

Bei der an den Gottesdienst anschließenden Begegnung und Diskussion im Lambertus-Haus skizzierte der Vertriebenenbischof die Schwerpunkte seiner Tätigkeit in Gegenwart und Zukunft. Die Umstrukturierung der Heimatwerke und Verbände der Gruppen sei nun fast abgeschlossen. Lediglich zwei Vereinigungen haben noch keinen Präses oder warten auf die kirchliche Anerkennung. Wichtigstes Thema für die kommenden Jahre sei nun der Erhalt des kulturellen und geistlichen Erbes und die Archivarbeit. Viele Jugendliche wüssten heute eben leider nicht mehr, dass es im Osten Europas sehr viele Deutsche gegeben habe. „Sie kommen dann zum Beispiel auf Katholikentagen zu den Ständen der Verbände und fragen, was Deutsche in Kasachstan oder Polen gemacht haben?“. Die Erinnerung zu erhalten, aber auch gemeinsam mit den heutigen jugendlichen Bewohnern in Polen oder Tschechien Sprachkurse und Projekte zu organisieren, sei wichtig für das zukünftige Europa.